Friemersheim ist ein Stadtteil von Duisburg im Stadtbezirk Rheinhausen.
Der Stadtteil hat 12.117 Einwohner
Telefonvorwahl: 02065, Postleitzahl: 47229
Friemersheim gehört zu den ältesten Ansiedlungen der ehemaligen Grafschaft Moers. Schon Karl der Große soll hier einen Reichstag abgehalten haben
und zu Beginn des 9. Jahrhunderts schenkte er große Ländereien, einschließlich Friemersheim und Asterlagen, dem Kloster Werden. Friemersheim blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts bäuerlich strukturiert und wuchs nur sehr langsam.
Durch den Zuzug Tausender Menschen nach dem Bau des Krupp'schen Hüttenwerks um 1900 veränderte sich nicht nur die traditionelle Lebensart, sondern auch die Landschaft. Ein neues Wohn- und Geschäftszentrum entstand neben dem gewachsenen Dorfkern.
Aus heutiger Sicht glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass das als Gesamtbereich unter Denkmalsatzung gestellte "Dorf Friemersheim" weitgehend ursprünglich erhalten blieb und seinen Charakter bewahren konnte. Hierzu zählen vornehmlich die Dorfkirche (urkundlich auf das Jahr 1147 zurückgeführt) und das alte Schulhaus aus dem Jahre 1800. Stattliche alte Bauerngehöfte, wertvoller Baumbestand und die nahegelegene, naturgeschützte "Rheinaue", mit kilometerlangen, gepflegten Rad- und Wanderwegen, machen Friemersheim heute zu einem beliebten Freizeit und Erholungsgebiet.
Friemersheim hat außerdem einen fast vollständig erhaltenen alten Dorfkern, einer der schönsten Flecken Erde in der gesamten Region.
1979 wurde das Überschwemmungsgebiet entlang des Rheins zum Naturschutzgebiet Rheinaue Friemersheim ausgewiesen. Es reicht heute vom Rheinhauser Hafen im Norden bis zur Stadtgrenze zu Krefeld im Süden und umfasst den Altrheinarm "De Roos" sowie den Werthschenhof.
Ein motorbetriebene Fährboot des Wanheimers Wilhelm Hucks, mit dem man zwischen 1925 und 1936 den Rhein zwischen Friemersheim und Wanheim überqueren konnte, wurde vor allem von Arbeitern von der rechten Rheinseite genutzt, die bei Krupp in Rheinhausen beschäftigt waren. Am Wochenende machten viele Familien mit Kindern aus dem Duisburger Süden Ausflüge ins idyllische Friemersheim. 1936 wurde der Fährbetrieb eingestellt, weil dieser sich nicht mehr rentierte.
1923 wurden die rivalisierenden Bürgermeistereien Hochemmerich und Friemersheim zur Landgemeinde Rheinhausen zusammen geschlossen, der 1934 Stadtrechte verliehen wurden. Rheinhausen entwickelte sich in dem 1857 geschaffenen Kreis Moers zur stärksten wirtschaftlichen Kraft mit ca. 70 000 Einwohnern. Durch die 1975 vollzogene kommunale Neuordnung wurde Rheinhausen zum Vorort der Montanstadt Duisburg. In der Folge verlor Rheinhausen – auch im Zug des Niederganges des Hüttenwerkes – an wirtschaftlicher Strahlkraft. In den letzten Jahren wurde der Duisburger Westen mit Rheinhausen und Rumeln-Kaldenhausen zu einem der wenigen wachsenden Teile Duisburgs, da an der Peripherie zahlreiche Neubaugebiete entstanden.
Einige Straßennamen wechselten ihren Namensgeber im Laufe der Zeit: Straßen wie z. B. Eisenstraße, Kruppstraße, Gillhausenstraße, erinnern an die industrielle Vergangenheit. In der NS-Zeit gab es auch die Adolf-Hitler-Straße (heute Walther-Rathenau-Straße). Die zunächst nach der kommunalen Neuordnung angekündigten Straßenumbenennungen, um mehrere gleichnamige Straßen innerhalb Duisburgs zu vermeiden, wurden wegen großer Bürgerproteste nicht vollzogen. Daher gibt es manche Straßennamen bis zu 5mal in Duisburg. Für Navigationsgeräte ist das bisweilen eine Herausforderung.
In Friemersheim stand diesem Trend die weitestgehend geschlossene Bebauung entgegen. Auf dem ehemaligen Hüttenwerksgelände sowie dem früheren Güterbahnhof Hohenbudberg (Nahe der ehemaligen Eisenbahnsiedlung)
wurden indes neue Gewerbeflächen ausgewiesen, die sich gut zu entwickeln begonnen haben. (Quelle: Wikipedia, Stand: 31.12.2023)
Ortsteile: Bliersheim, Eisenbahnsiedlung und Mühlenberg.
» Kino
In Friemersheim gab es auch ein Kino. Es befand sich auf der Geeststraße 12 gleich gegenüber der Geestschule. Vorher stand dort die Gaststätte Wefels, die aber im Krieg bis auf die Grundmauern zerstört wurde. Auf diesen wurde dann nach 8-wöchiger Bauzeit im August 1952 das "Castell-Film-Bühne" - Kino errichtet. Es beinhaltete bis zu 549 Sitzplätze, wurde mit zu der Zeit modernen Bauer-B-8-Maschinen und eine Klangfilm-Tonanlage über eine Stilbühne mit vorgelagertem Orchesterraum betrieben. Ca. 1971 wurde es nach 12-jähriger Laufzeit wieder geschlossen.
